Was ist eine Lohnfortzahlung?
Die Lohnfortzahlung ist eine gesetzlich geregelte Leistung, die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer finanziell absichert, wenn sie aufgrund einer Krankheit vorübergehend nicht arbeiten können. In diesem Fall zahlt der Arbeitgeber das Gehalt für einen bestimmten Zeitraum weiter, obwohl keine Arbeitsleistung erbracht wird. Die Lohnfortzahlung soll verhindern, dass Beschäftigte bei einer Erkrankung sofort Einkommenseinbußen hinnehmen müssen.
Besonders in körperlich und psychisch anspruchsvollen Berufen wie der Pflege, der Intensivpflege oder der Arbeitnehmerüberlassung spielt die Lohnfortzahlung eine wichtige Rolle. Sie bietet Beschäftigten Sicherheit und trägt dazu bei, dass sie sich während einer Erkrankung auf ihre Genesung konzentrieren können.
Wann besteht Anspruch auf Lohnfortzahlung?
Viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer fragen sich, wann sie Anspruch auf Lohnfortzahlung haben. Grundsätzlich gilt: Wer aufgrund einer Krankheit arbeitsunfähig ist und dies nicht selbst verschuldet hat, hat Anspruch auf eine Fortzahlung des Arbeitsentgelts durch den Arbeitgeber.
Voraussetzung ist, dass das Arbeitsverhältnis bereits seit mindestens vier Wochen besteht. Zudem muss die Arbeitsunfähigkeit durch eine ärztliche Bescheinigung nachgewiesen werden, sofern dies erforderlich ist.
Der Anspruch besteht unabhängig davon, ob Beschäftigte in Vollzeit, Teilzeit oder im Rahmen der Zeitarbeit tätig sind.
Wie lange wird Lohn bei Krankheit weitergezahlt?
Eine der häufigsten Fragen lautet: „Wie lange erhält man Lohnfortzahlung im Krankheitsfall?“
Nach dem Entgeltfortzahlungsgesetz zahlt der Arbeitgeber das reguläre Arbeitsentgelt für bis zu sechs Wochen weiter. Während dieser Zeit erhalten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer grundsätzlich ihr gewohntes Gehalt.
Dauert die Erkrankung länger als sechs Wochen an, endet die Lohnfortzahlung durch den Arbeitgeber. Anschließend übernimmt in der Regel die gesetzliche Krankenkasse die Zahlung von Krankengeld, sofern die Voraussetzungen erfüllt sind.
Wie hoch ist die Lohnfortzahlung?
Während der Lohnfortzahlung erhalten Beschäftigte grundsätzlich das Arbeitsentgelt, das sie ohne die Erkrankung verdient hätten. Dazu gehören neben dem Grundgehalt häufig auch regelmäßig gezahlte Zuschläge oder vereinbarte Entgeltbestandteile.
Ziel der gesetzlichen Regelung ist es, Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer während einer vorübergehenden Erkrankung finanziell so zu stellen, als hätten sie ihre Tätigkeit weiterhin ausgeübt.
Was gilt bei einer erneuten Erkrankung?
Immer wieder stellt sich die Frage, ob bei einer erneuten Krankheit erneut Anspruch auf sechs Wochen Lohnfortzahlung besteht.
Grundsätzlich entsteht ein neuer Anspruch, wenn eine andere Erkrankung vorliegt oder zwischen zwei Erkrankungen ausreichend Zeit vergangen ist. Handelt es sich dagegen um dieselbe Krankheit, gelten besondere gesetzliche Regelungen.
Die genaue Beurteilung hängt vom Einzelfall ab und wird gegebenenfalls von Arbeitgebern, Krankenkassen oder behandelnden Ärztinnen und Ärzten geprüft.
Welche Bedeutung hat die Lohnfortzahlung in der Pflege?
Gerade in der Pflege sind Mitarbeitende körperlichen und emotionalen Belastungen ausgesetzt. Erkrankungen können daher nicht immer vermieden werden. Die Lohnfortzahlung sorgt dafür, dass Pflegekräfte während einer vorübergehenden Arbeitsunfähigkeit finanziell abgesichert bleiben.
Dies gilt sowohl für Beschäftigte in Krankenhäusern und Pflegeheimen als auch für Mitarbeitende in der ambulanten Pflege, der außerklinischen Intensivpflege oder der Arbeitnehmerüberlassung. Die gesetzliche Regelung schafft Sicherheit und trägt dazu bei, dass Beschäftigte ihre Gesundheit nicht aus finanziellen Gründen gefährden.
Fazit
Die Lohnfortzahlung schützt Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer vor finanziellen Einbußen im Krankheitsfall. Wer die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt, erhält bei einer vorübergehenden Arbeitsunfähigkeit bis zu sechs Wochen lang weiterhin sein Gehalt vom Arbeitgeber.
Damit ist die Lohnfortzahlung ein wichtiger Bestandteil des Arbeitnehmerschutzes in Deutschland. Sie schafft finanzielle Sicherheit, unterstützt die Genesung und sorgt dafür, dass Beschäftigte sich während einer Erkrankung auf ihre Gesundheit konzentrieren können.
